Das erste über die Roland Cloud live übertragene Konzert bestritt Elektronik-Altmeister Thomas Dolby.

Ein besseres Testimonial für seinen Cloud-Service hätte sich der japanische Musikkonzern Roland nicht wünschen können: Thomas Dolby, einer der dienstältesten und stilprägendsten Elektronik-Musiker, älteren Semstern auch durch seinen Hit „She Blinded Me with Science“ aus den 1980er-Jahren bekannt, performte am 26. Juli 2018, nur mit ein paar Eingabeinstrumenten und einem Notebook-Computer ausgerüstet, in der Roland Cloud und verlieh dem Service damit eine gehörige Portion Retro-Futurismus.

Cloud Computing ist mittlerweile zwar nichts Ungewöhnliches mehr, ein Konzert aus einer Datenwolke hingegen durchaus. Dolby, schon in jungen Jahren als Tüftler und Bastler bekannt und in Anlehnung an das gleichnamige Audio-Unternehmen mit dem Spitznamen „Dolby“ versehen, ist immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen gewesen, und in Kooperation mit Roland hatte er wieder einmal eine gefunden.

Virtuell und live dabei

Mit einer Performance in der Computer Cloud werden einige grundsätzliche Parameter neu definiert. Zum einen ist die Veranstaltung nicht an einen festen Ort gebunden, zum anderen bietet sie neue Möglichkeiten der Interaktion mit den virtuellen Besuchern. Thomas Dolby steuerte alle Klangerzeuger von seinen Eingabegeräten aus, erzeugt und in Echtzeit gestreamt wurden die Klänge aber von Software-Instrumenten, die auch allen anderen Nutzern der Roland Cloud zur Verfügung stehen.

Virtuellen Konzerten scheint damit nichts mehr im Weg zu stehen, auch wenn es für Thomas Dolby vorerst eine Ausnahme bleibt. Die restlichen Konzerte seiner aktuellen US-Tour spielt er dann doch lieber ganz konventionell auf echten Bühnen in echten Konzerthallen. Dennoch ist davon auszugehen, dass virtuelle Konzerte in Zukunft häufiger stattfinden werden, auch wenn echtes Live-Feeling eben doch eher Konzerten nach traditionellem Muster vorbehalten bleiben wird.

Foto: Roland Cloud

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