Das Münchner Musikfestival „Digital Analog“ bietet seit 15 Jahren ein Forum für Kunst jenseits des Mainstreams und überzeugte auch dieses Jahr mit gelungenen Live-Performances.

Am Ufer der Isar gelegen, bietet das moderne Veranstaltungszentrum Gasteig die perfekte Grundlage für ein ambitioniertes Projekt wie „Digital Analog“, das Jahr für Jahr ungewöhnlichen Künstlern die Möglichkeit zu einem Live-Gig bietet, und das bei freiem Eintritt. Der Name des Festivals ist dabei Programm: Musik jeglicher Couleur ist willkommen, wobei egal ist, ob deren Klänge digital oder analog erzeugt werden. Stilistische Grenzen gibt es bei der Auswahl der Musiker und Bands auch nicht, die resultierende Vielfalt ist Teil des Programms und versteht sich explizit als Einladung an die Entdeckerlust der Besucher.

Folk-Musik trifft DJ

Bei „Digital Analog“ trifft Songwriter auf Jazziges, Performance-Kunst auf Videoinstallation, Klangtüftler auf DJ. Genau diese stilistische Bandbreite und die höchst unterschiedliche Zugangsweise erzeugen den Charakter des Festivals: Erlaubt ist, was gefällt. Wenig überraschend, dass Connaisseurs und Musikbegeisterte zu den Besuchern gehören. „Digital Analog“ ist aber auch eine Einladung an die breite Bevölkerung, neue und ungewohnte Klänge zu entdecken. Konsequenterweise ist der Eintritt zum Festival frei. Dieses Jahr konnte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter als Schirmherr des Festivals gewonnen werden, der die Eröffnungsrede gleich dazu nutzte, den Trend zu analogen Lösungen zu betonen.

Retroklänge gefragt

In der Tat ist nicht nur auf der „Digital Analog“, sondern auch auf wesensverwandten Einrichtungen wie der Wiener Popup-Manufactory „Supersense“ zu erkennen, dass sich die kulturelle Avantgarde längst wieder von der Digitaltechnik abwendet und analogen Lösungen zustrebt. In einer Welt, die von Computern und Netzwerken bestimmt wird, gewinnt das Unmittelbare an Bedeutung: Realität statt Virtualität setzt heute Maßstäbe. Wenig verwunderlich also, dass auf der Bühne des Gasteig mit einem Trautonium ein Instrument intoniert wurde, das zu den Vorläufern des Synthesizers zählt und einen ganz eigenen Klang besitzt. Und zwar ohne Tricks und Firlefanz, bestimmt alleine von den Händen des Musikers.

Foto: DIGITALANALOG e.V.

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