Ausgerechnet am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, ist die Fachmesse Freizeit Bozen zu Ende gegangen. Die soliden Besucherzahlen belegen, dass Freizeit und Event stabile Kernthemen sind.

Mit der günstigen Lage im Südtiroler Bozen hat die „Freizeit“ oder „Tempo Libero“, wie die Messe auf Italienisch heißt, beste Karten, sowohl den italienischen als auch den deutschen Sprachraum abzudecken. Gerade für österreichische Aussteller und Besucher ist Bozen ein guter Anlaufpunkt, um aktuelle Entwicklungen der Freizeitindustrie voranzutreiben oder zu verfolgen. Und Freizeit scheint gerade in einer Gesellschaft, die immer mehr unter Stress und dessen negativen Folgeerscheinungen leidet, einen wachsenden Stellenwert zu haben.

Bella Italia als Sympathieträger

Wo sonst könnte eine Freizeitmesse besser aufgehoben sein als in Italien? Jedenfalls aus österreichischer Sicht, wo der Mythos vom schönen, entspannten und stilvollen Italien seit jeher zur emotionalen Grundausstattung der meisten Bürger gehört. Erinnerungen an Urlaube in Caorle kommen darin ebenso vor wie Rom mit seinen Kulturschätzen, die reizvolle Toskana oder einfach eine Fahrt mit Cinquecento, Alfa oder Vespa. All diese versteckten Botschaften sind natürlich in Bozen am Werk, zumal die Bozener Freizeitmesse selbst schon zum 41. Mal stattgefunden hat. Natürlich muss man sich auch bei derart günstigen Voraussetzungen immer etwas einfallen lassen, um die 400 Aussteller und rund 45.000 Besucher bei Stange zu halten.

Events und Sonderausstellungen

Nicht weiter überraschend ist, dass auch die Messe Bozen zahlreiche Events und Sonderausstellungen in die Freizeitmesse integriert. Eine der Ausstellungen nennt sich schlicht und einfach „Holidays“ und bietet genau das, was man dort erwartet: Informationen zu Urlaub und Reisen. Aus italienischer Sicht logisch, dass der Urlaub in Italien propagiert wird. Besonders schwierig ist das nicht, zumal Italien bislang nicht mit Terroranschlägen zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt ist und ohendies schon in der Gunst der Urlauber steht: Im letzten Jahr konnte der italienische Sommertourismus ein Plus von zehn Prozent verbuchen. Auch dem Camping sind wieder mehr Menschen zugeneigt, die Zahl verkaufter Campingbusse und Wohnmobile wächst kontinuierlich.

200 Jahre Fahrrad

Eine Sonderschau auf der diesjährigen Freizeit war dem Freizeitvehikel schlechthin gewidmet: dem Fahrrad. Geht man zurück bis zur Draisschen Laufmaschine und sieht diese als erste Manifestation eines menschengetriebenen Zweirades, so ist das Fahrrad mittlerweile genau 200 Jahre alt. Dieses runde Jubiläum wurde auch in Bozen entsprechend gefeiert, und zwar mit einer beeindruckenden Sammlung historischer Fahrräder, einem Parcours für Mountainbiker und einem großen Angebot an E-Bikes und Pedelecs, die für eine moderne Art der Fortbewegung stehen. Insgesamt stellte die Freizeit Bozen auch dieses Jahr ein rundes Angebot dar, an dem die Freizeitbranche Italiens und Österreichs kaum vorbeikommt.

Foto: Messe Bozen AG/Marco Parisi

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