Mit guten Zahlen ist die weltgrößte Fahrradmesse Eurobike zu Ende gegangen. Für das kommende Jahr sind einige Änderungen im Ablauf geplant.

Das Fahrrad ist 200 Jahre nach seiner Erfindung und nach unzähligen Beliebtheitsschwankungen das Trendfahrzeug schlechthin in Europas Städten. Zwar bleibt die Zahl der verkauften Neufahrzeuge in etwa konstant, ein riesiger Gebrauchtmarkt und wachsendes Angebot an Leihfahrrädern sorgen aber dafür, dass immer mehr Menschen die Vorzüge der zweirädrigen Fortbewegung schätzen wollen. Dazu kommt eine saturierten Märkten eigene Dynamik: Das Angebot fächert sich immer weiter auf mit entsprechender Nischenbildung auf Basis von Individualisierungsprozessen, und qualitativ hochwertige Produkte werden stärker nachgefragt, wodurch auch hier das Angebot wächst.

Insgesamt eine erfreuliche Entwicklung für Zweiradindustrie und Stadtpolitik, die angesichts wachsender Abgasproblematik den Autoverkehr weiter reduzieren möchte. Während der Trend im urbanen Raum zum Zweit- und Drittfahrrad geht, setzt die Landbevölkerung weiter auf das Auto und stellt damit aus Anbietersicht eine Zielgruppe mit Wachstumspotenzial dar.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Mit einfachen Drahteseln vergangener Jahrzehnte haben aktuelle Fahrräder nur noch wenig gemeinsam. Das lässt sich schon an der hohen Zahl der Neuvorstellungen auf der Eurobike ablesen, denn mit einem schmucklosen Standardprogramm lässt sich heute nun einmal kein durchschlagender Erfolg mehr realisieren. Als Folge werden Fahrrädern mittlerweile Ausstattungsdetails zuteil, die man früher eher bei stärker motorisierten Zweirädern erwartet hätte: aktive Stoßdämpfung etwa oder hydraulische Bremsanlagen.

Die einst klare Trennung zwischen motorisierten und unmotorisierten Zweirädern löst sich aber auch deshalb auf, weil immer mehr Fahrräder mit Elektromotoren ausgestattet sind. Man spricht dann von E-Bikes oder Pedelecs, und diese Fahrzeuge legen Jahr für Jahr ordentliche Wachstumsraten hin. Begünstigt wird das durch immer ausgefeiltere Antriebe und leistungsfähigere Akkus. Bequemlichkeit ist heute also kein Grund mehr, auf ein Fahrrad zu verzichten. Ist ein Hügel gar zu schwer zu erklimmen, wird einfach der Antrieb voll zugeschaltet, auf flachem Terrain eben weniger. Damit lässt es sich gut und komfortabel vorwärtskommen.

Die Zukunft des Fahrrads

Als größter Fahrradmesse der Welt kommt der Eurobike naturgemäß die Aufgabe zu, am Puls der Zeit zu sein. Das klingt einfacher als es ist, denn was heute stark nachgefragt wird, kann morgen schon ein Ladenhüter sein. Auch dies ist ein Charakteristikum saturierter Märkte. So sinnt man in der Eurobike-Homebase Friedrichshafen am Bodensee also nach, wie man sich für die Zukunft aufstellen soll. Und kommt dann zum Ergebnis, dass für das kommende Jahr, also die Eurobike 2018, einige Änderungen erfolgen müssen. Im Einzelnen sehen diese so aus: Der Termin für die Messe wird vorverlegt, und zwar auf den 8. bis 10. Juli 2018.

Durch den hochsommerlichen Termin ist mit geringem Interesse der Endverbraucher zu rechnen, also wird die Eurobike 2018 gleich eine reine Fachbesuchermesse. Vor der Messe, von 4. bis 6. Juli 2018, werden die Eurobike Media Days stattfinden, in deren Rahmen die Fachpresse Tests der Neuerscheinungen durchführen kann. Vorgesehen ist dafür die Tiroler Ferienregion Serfaus-Fiss-Ladis. Für Samstag den 7. Juli schließlich ist ein Potpourri aus Events, Workshops und Kongressen geplant, dessen genaues Programm noch nicht feststeht. Von diesen Änderungen erwarten die Veranstalter ein marktkonformeres Angebot, das mit höheren Auftragsvolumina belohnt werden soll.

Die Eurobike 2018 findet von 8. bis 10. Juli 2018 in der Messe Friedrichshafen statt.

Foto: EUROBIKE Friedrichshafen

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