Forderungspapier an den Bund als Ergebnis einer Enquete in Laxenburg. Drastische Rückgänge beim Verkauf von Event-Tickets lassen die Wogen hochgehen. Eventmarketer und Veranstalter haben einen Schuldigen ausgemacht: schwammige Antikorruptionsregeln. Von der künftigen Bundesregierung erwartet man eine Reform der strittigen Richtlinien. In Laxenburg formulierten Branchenvertreter ihre Forderungen.

Während in der Internationalen Laxenburger Anti-Korruptionsakademie Seminare, Trainings, Workshops sowie ein Masterstudiengang zum Thema angeboten werden, beklagt nur einen Steinwurf entfernt die Eventbranche im Schloss Laxenburg die Negativauswirkungen der derzeitigen Gesetzeslage. Den Hauptkritikpunkt formulieren die Veranstalter der Compliance-Enquete so: „Obwohl Sponsoring absolut zulässig ist, hat allein die Angst, unter Umständen mit dem Gesetz in Konflikt geraten zu können, zu firmeninternen ,Null Toleranz Compliance Regelungen‘ geführt, die ihrerseits einen drastischen Rückgang der Kartenbestellungen zur Folge hatten.“

Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung von Gert Zaunbauer, selbst Inhaber der Mödlinger Agentur Putz & Stingl und Obmann der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ). Zaunbauer zu den Beweggründen der Veranstaltung: „Niemand von uns will die Anti-Korruptions­gesetze abschaffen. Jedoch sei der Event-Branche der Kragen geplatzt. Schuld daran ist der Generalverdacht, dass Einladungen zu Events und in Konzert-Logen unmittelbar zur Korruption dienen. Daraus resultiert ein aktueller Gesetzesrahmen, bei dem sich, wie es ein Teilnehmer ausdrückte, ,niemand mehr auskennt‘“.

Und so wurden im Rahmen der Austrian Compliance Enquete drei Hauptforderungen an die künftige Bundesregierung formuliert:

  1. Klarere Bestimmungen im Korruptionsstrafgesetz, mit denen Firmen sowie Veranstalter gleichermaßen arbeiten können.
  2. Events sollen im Gesetz explizit behandelt werden und als verbotene Geschenk­annahme herausgenommen werden.
  3. Der Begriff „Amtsträger“ muss konkretisiert werden, da fast 50 % aller ÖsterreicherInnen vor dem Gesetz Amtsträger sind und somit die Hälfte aller Bürger eigentlich nicht zu Veranstaltungen eingeladen werden darf.

Zum frühestmöglichen Zeitpunkt will Gert Zaunbauer das gemeinsame Papier ­Vertretern der nächsten Bundesregierung überreichen. Hoffentlich hilft’s. Wir bleiben dran.

Foto: Gregor Nesvadba

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