Sie ist der Jahreshöhepunkt der rot-weiß-roten Tagungsindustrie: Die Convention4u versammelt ein Mal im Jahr das Who’s who der Branche, um gemeinsam Herausforderungen und Chancen zu diskutieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Ich war erneut für Messe & Event dabei – und habe auch ein paar Videointerviews mitgebracht.

Von 18. bis 20. Juni ging es heuer ins Bundesland Salzburg, genauer gesagt nach Saalfelden Leogang. Eingebettet in die herrliche Landschaft mit traumhafter Bergkulisse, erwartete die Teilnehmer ein dichtes Programm. Startpunkt war am Sonntagabend das Get-together im Congress Saalfelden. Bereits zum Auftakt hatte sich das Organisationsteam rund um Austrian-Convention-Bureau-Präsident Christian Mutschlechner und ACB-Geschäftsführerin Michaela Schedlbauer-Zippusch etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

 

Womit wir bei meinen Take-aways wären.

1. Überrasche mich – immer wieder aufs Neue

Wie begeistert man eigentlich ein Publikum, das selbst tagtäglich damit beschäftigt ist, seinen Kunden unvergessliche Tagungserlebnisse zu servieren? Man muss sie überraschen.

Beispiel 1: Am Eröffnungsabend gab es einen Poetry Slam und keine Begrüßungsreden in Überlänge. Das Ergebnis: Super Stimmung statt müder Gesichter. Mission erfüllt.

Beispiel 2: Vor dem Lunch im Ritzenhof – Hotel & Spa See hieß es raus aus Socken und Tretern. Was zuerst einigermaßen für Verwunderung sorgte, wurde kurz darauf genussvoll aufgelöst. Auf der Gartenterrasse am See erwartete uns ein sommerliches BBQ. Und das schmeckt barfuß ganz einfach nochmal um Klassen besser – vor allem bei Traumwetter, wolkenlosem Himmel, viel Sonne und über 30 Grad.

 

2. Frische Kongressformate fördern die Einbindung der Teilnehmer und den Know-how-Transfer

Egal, ob Barcamp oder Fish Bowl: „Frontalunterricht“ ist out, neue Formate sind gefragt. So wurden wir etwa im „ConventionCamp“, am Nachmittag des ersten Kongresstages, praktisch uns selbst überlassen. Von der Themenfestlegung bis zur Organisation der einzelnen Sessions organisierten wir uns unter professioneller Begleitung de facto selbst – und waren dabei höchst produktiv und erfolgreich. Am Ende des Nachmittags wurden dann die Ergebnisse zusammengetragen und gemeinsam im großen Forum präsentiert. „Co-Creation“ lautete das Zauberwort.

3. Die Jungen werden immer mehr – auch in der rot-weiß-roten Tagungsindustrie

Es gibt Dinge, die können wir nicht aufhalten, so sehr wir uns auch bemühen. Die Zeit zählt dazu. In den letzten Jahren ist die Generation Y (geboren zwischen 1980 bis 2000) herangereift und drauf und dran, die aktive Mehrheit aller in der österreichischen Tagungsindustrie Beschäftigten zu stellen. Auch bei den Kongressgästen werden sie in naher Zukunft die größte Gruppe sein. Sie sind die erste Generation, die wir als Digital Natives bezeichnen. Junge Menschen, die die neuen digitalen Möglichkeiten und Medien praktisch mit der Muttermilch aufgesaugt haben. Wie muss ein Kongress aussehen, um diese Gruppe zu begeistern? Was für Herausforderungen erwarten uns dann erst mit der nächsten, der Generation Z, den Geburtsjahrgängen 1995 bis 2010? Welche Möglichkeiten müssen Jobbilder in der Tagungsindustrie bieten, um die größten Talente an sich zu binden? Diese und viele weitere spannende Fragen haben uns in der Session „#ISSO – auf den Spuren der Generation Y & Z“ umgetrieben. Hier gibt es noch einiges zu tun, aber in diesem Bereich schlummern auch noch viele ungehobene Erfolgspotenziale.

 

4. „Pimp your meeting“, es muss gar nicht so schwer sein

In der Session „#pimpyourmeeting – wie Digital Natives das Marketing revolutionieren“ präsentierte uns Lukas Rössler inspirierende Möglichkeiten, New Media in Verbindung mit Storytelling und innovativer Erlebnisinszenierung zu einem neuen Ganzen zu verschmelzen. Wer etwas kreativ ist, hat heute nahezu endlose Möglichkeiten. Spielerisch werden motivierende virtuelle Elemente mit realen Event-Welten zu den Eckpfeilern einer konvergenten, impactstarken Livekommunikationsstrategie, die bisherige Grenzen vergessen lässt. Wir von Messe & Event werden an diesem Thema auf jeden Fall dranbleiben.

5. Die Community kennt nur ein Ziel: Wir wollen es für unsere Kunden besser machen.

Eines ist mir in den Tagen in Saalfelden Leogang wieder einmal ganz deutlich geworden. Österreichs Tagungsindustrie ist eine eingeschworene Community, die vor allem ein Ziel eint: Sie sind voll motiviert auf der Suche nach Ansätzen und Möglichkeiten, um ihre Kunden in Zukunft noch besser servicieren zu können und sie ein Stück des Erfolgsweges zu begleiten. Dazu lassen sie auch ihre Kunden auf der Convention4u direkt zu Wort kommen. In einer Session wurden sie etwa gefragt: „Welche Form der Akquise finden Sie am angenehmsten?“ Und das Tolle daran: Die Kunden haben ganz offen geantwortet. Ein für mich deutliches Zeichen für das positive Miteinander in dieser Branche. I like it.

Übrigens: Auch der Termin für die Convention4u 2018 steht bereits fest. Am 2. und 3. Juli geht es kommendes Jahr nach Eisenstadt.

 

 

In diesem Sinne: Man sieht sich im Burgenland.

Herzlichst, Ihr Christoph Berndl

Foto: © Christoph Berndl

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